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Dr. med. Christoph Müller und Ines Löffler, Allgemeinmedizin, Hausärzte Pforzheim Nord
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Nicht ärgern

Schon seit dem Altertum ist bekannt, dass seelische Probleme ( Ärger, Angst, Sorgen, Überforderung, Stress) krank machen können. Ein Großteil der Patienten einer allgemeinmedizinischen Praxis ist "mit dem Rezeptblock" nicht zu heilen; ihre Beschwerden sind nur vorübergehend zu lindern. Letztlich müssen die Ursachen der Krankheiten und Beschwerden bekämpft werden und nicht die Symptome. Auch ein Psychiater kann dabei nur bedingt eine Hilfe sein. Letztlich müssen die Patienten selber ihr Leben besser in den Griff bekommen.

Ärger

Oft sind es gerade die kleinen Dinge im Leben, die uns "auf die Palme bringen".
Sie lösen eine unverhältnismäßig heftige Reaktion bei uns aus, wir sind rationalen Argumenten gegenüber kaum noch zugänglich. Da dies so ist, sollten Sie sich vorbeugend, also vor dem nächsten Wutanfall, ein paar nüchterne Gedanken machen:


© Jens Bredehorn / PIXELIO/ 251404
    • Ärgere Dich nicht mehr über Kleinigkeiten. Alles, was Dich nicht gefährdet, sind Kleinigkeiten.
    • Frage Dich, ob der Mensch oder der Anlass, über den Du Dich ärgerst, den Ärger wert ist.
    • Wem nützt es, dass Du Dich jetzt aufregst? Dir selber am allerwenigsten. Dir schadet es nur.
    • Ärger macht Arges nur noch ärger. Menschen, die sich ärgern, reagieren selten richtig. Daher: Bist Du zornig, so zähle bis 10, bist Du sehr zornig, so zähle bis 100.
    • Ärger macht nur Sinn, wenn er Dich veranlasst, ihn künftig zu vermeiden.
    • Guter Rat: Mensch, ärgere Dich nicht. Bleib cool!

© I. Friedrich / PIXELIO/ 142641
Angst

Eine Überlieferung besagt, dass ein Held die gleiche Angst verspürt wie ein Feigling, aber anders damit umgeht, anders handelt. "Wo wäre sonst das Verdienst, wenn die Helden niemals Angst hätten?" fragt Alphonse Daudet, ein französischer Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert. Auch hier lohnt es sich, so früh wie möglich ein paar nüchterne Überlegungen anzustellen, bevor die Angst von Ihnen Besitz ergriffen hat und Ihr Leben beherrscht:

 

© pepsprog / PIXELIO/ 273434

 Sieht nicht nur gefährlich aus, sondern kann es auch werden.

© M. Gade / PIXELIO/ 50275

Spinnen sind zwar nicht jedermanns Sache, aber nur wenige sind gefährlich.

  • Ist der Grund Deiner Angst real oder imaginär? Real ist der Grund Deiner Angst, wenn der Arzt Krebs diagnostiziert hat und Deinem Leben nur noch drei Monate gibt. Imaginär ist die Angst nach dem Lesen der neuesten Verkehrsstatistik, ebenfalls von einem Auto überfahren zu werden.
  • Imaginäre Ängste, die Du hast, ohne einer besonderen Risikogruppe anzugehören, solltest Du als allgemeines Lebensrisiko abtun. Begegne ihnen mit Zuversicht; es gibt genügend Anlass dazu:
    Ängstige Dich nicht, weil ein Verkehrsflugzeug abgestürzt ist. Denke vielmehr daran, wie viele Tag für Tag unversehrt den Atlantik überqueren. Selbst bei Flugzeugabstürzen gibt es immer wieder auch Überlebende. Warum solltest Du dann nicht zu ihnen gehören?
  • Überwinde reale Ängste, indem Du ihnen Deine Chancen gegenüberstellst. Denke daran:

    Auch gute Mediziner können sich irren.

    In Labors sind Verwechslungen möglich.

    Selbst fortgeschrittene Krebserkrankungen
    kommen mitunter zum Stillstand.
    Totgeglaubte leben bekanntlich länger.
Stress

Viel Arbeit bedeutet noch keinen Stress. Stress entsteht sowohl durch Überforderung als auch durch Unterforderung. Die Stressbelastbarkeit der Menschen ist unterschiedlich und auch bei denselben Personen nicht immer gleich. Stress macht auf Dauer krank. Lang anhaltender Stress führt zum "Burn-Out-Syndrom"; Sie fühlen sich ausgebrannt und leer.

Wer sich wiederholt oder gar andauernd über- oder unterfordert fühlt, sollte den Ursachen auf den Grund gehen und sie beseitigen. Denn das kann auf Dauer nicht gut gehen. Stress kann im Berufsleben entstehen, häufig aber auch im Privatleben. Gefährlich wird es, wenn zum Stress im Beruf noch Stress im Privatleben hinzukommt, der sogenannte Beziehungsstress.

Harmonie im Privatleben hat oberste Priorität für unser Wohlbefinden. Disharmonien lösen sich nicht von alleine, sondern nur durch beherztes Anpacken der Probleme. "Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen", sagt ein Sprichwort.

 

Bildquellen:
links: © ro18ger / PIXELIO/ 40520
rechts: © Klausi / PIXELIO/ 29218

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